Systemische Aufstellung

Die Aufstellungsarbeit wurde ursprünglich von Virginia Satir in den USA entwickelt. Ausgehend davon entwickelten sich dann die Familienaufstellung, Organisationsaufstellung, Paaraufstellung und weitere Strukturaufstellungen.

Eine Systemaufstellung lässt sich einfachsten mit einem Theaterstück beschreiben, das ein inneres Anliegen im Außen darstellt.
Prinzipiell kann alles aufgestellt werden, was in irgendeiner Weise zu einem System gehört.

Wir alle bewegen uns täglich in verschiedenen Systemen und Konstellationen. Familie, Partnerschaft, Firma, Teams, Freunde, Verein, Gemeinschaften sind die Systeme, in denen wir uns mit anderen Personen umgeben, miteinander interagieren und die uns positiv oder negativ beeinflussen.
Bei einer Aufstellung werden relevante Personen vom Klienten stellvertretend für Mitglieder des Systems konstellativ angeordnet.
So werden Realitäten, Muster, Ordnung und Energien, wie sie gerade sind, sichtbar. Wie stehen die Personen zueinander? Wie sind die Loyalitäten zueinander? Welche Bindungen bestehen? Wer hat einen Konflikt mit einer anderen Person? Gibt es festgefahrene Kommunikationsabläufe? Wo ist die ursprüngliche Ordnung durcheinander?

Dies eröffnet eine klarere Sicht auf die aktuelle Situation, Möglichkeiten und Lösungen werden deutlicher, denn schon das äußere Bild der Aufstellung kann Aufschlüsse über die Dynamik geben. Nachdem sich die Stellvertreter in ihre Rollen eingefunden haben, treten sie untereinander in Beziehung.
Die Stellvertreter wachsen im Laufe des Prozesses in ihre Rollen hinein. Sie fühlen und handeln wie die wirklichen Mitglieder des Systems.
Meist sind Klienten fasziniert, wieviel sie dabei von dem „echten“ System wiedererkennen, was die Stellvertreter sagen und wie sie agieren. Belastendes wird in der nun folgenden Aufstellungsarbeit unter Anleitung aufgedeckt und in heilsame Lösungen umgeleitet.

Ablauf
Zunächst klären Aufsteller und Klient in einem Vorgespräch das Anliegen und Ziel für die Aufstellung. Dazu wird ein Genogramm des Systems erstellt. Das Vorgespräch kann auch telefonisch erfolgen.
Bei einer Gruppenarbeit werden dann für die einzelnen Positionen des Systems Stellvertreter ausgesucht und im Raum so positioniert, wie der Klient die Konstellation aktuell wahrnimmt. Der Klient sieht zunächst von außen zu und begleitet innerlich mit.
Nachdem das System aufgestellt ist, werden die Stellvertreter nach ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen, Gefühlen und Beziehungen gefragt. Die Stellvertreter spüren durch das morphogenetische Feld die Belastungen und Blockaden der Personen und Symptome, die sie repräsentieren.
Sobald die verborgene Ursache für die belastende Situation ermittelt ist, tauscht der Klient mit seinem Stellvertreter, um die Veränderungen auf dem Lösungsweg selber erleben und spüren zu können.

Wir ordnen die Positionen dann gemeinsam neu und ermitteln durch das Erkennen der problematischen Strukturen einen Ausgangspunkt für einen neuen Lösungsprozess.
Schritt für Schritt werden so die gestörten Ordnungen, Identifizierungen oder übernommenen Gefühle aufgelöst.

Was sich verrückt anhört, liefert in der Realität in kurzer Zeit verblüffenden Einsichten und neue Handlungsoptionen.